Stationäres Angebot
Das stationäre Angebot der Akutgeriatrie umfasst die medizinische Akutbehandlung älterer Menschen mit akuten Erkrankungen oder Verletzungen sowie eine früh einsetzende Rehabilitation, um die Selbstständigkeit und Alltagskompetenzen so weit wie möglich wiederherzustellen. Das stationäre Angebot beinhaltet oft ein multidisziplinäres Team aus Ärzten, spezialisierten Pflegekräften, Physiotherapeuten, Ergotherapeuten und Logopäden. Die Dauer des stationären Aufenthalts beträgt in der Regel zwischen 7 und 14 Tagen.
Akutgeriatrie
Die Akutgeriatrie ist spezialisiert auf die Behandlung von akut erkrankten, meist multimorbiden, älteren Menschen sowie betagten Menschen nach einem Trauma oder einer Operation. Durch interprofessionell abgestimmte Massnahmen, einer aktivierenden Pflege und intensiven Therapiebehandlungen werden die Patient/innen medizinisch stabilisiert und einer weiteren Verschlechterung des Gesundheits- und Allgemeinzustands wird entgegengewirkt. An oberster Stelle steht die Wiederherstellung einer möglichst hohen Selbständigkeit in den Alltagskompetenzen und in der Mobilität.
Ziele der Akutgeriatrie
Stabilisierung des Gesundheitszustandes nach einer akuten Erkrankung oder einem Unfall.
Erhalt oder Wiederherstellung der Selbstständigkeit im Alltag.
Verhinderung von Komplikationen und Folgeschäden, die durch das Alter oder chronische Krankheiten begünstigt werden.
Frühzeitige Planung einer Anschlussbehandlung, beispielsweise eine geriatrische Rehabilitation oder eine häusliche Unterstützung.
Das akutgeriatrische Angebot an den Standorten Spital Altstätten, Spital Grabs, Spital Linth und Spital Wil wird in Zusammenarbeit mit HOCH Health Ostschweiz betrieben.
Alterstraumatologie
Alterstraumatologie ist die spezialisierte Unfallbehandlung älterer und hochbetagter Menschen, die eine Kombination aus unfallchirurgischem und geriatrischem Fachwissen erfordert. Der Fokus liegt auf der ganzheitlichen Behandlung – über die Verletzung hinaus – unter besonderer Berücksichtigung von Multimorbidität (begleitenden Krankheiten), der reduzierten Knochenqualität und dem Ziel, Lebensqualität und Selbstständigkeit zu erhalten. Typische Verletzungen sind Oberschenkelhalsbrüche, Becken- und Wirbelkörperbrüche, während die interdisziplinäre Zusammenarbeit, eine frühzeitige Mobilisierung und eine geriatrische Frührehabilitation zentrale Elemente der Versorgung sind.
Die Alterstraumatologie kann entweder Bestandteil der Behandlung in der Akutgeriatrie sein oder als spezialisierte Leistung im Alterstraumazentrum erbracht werden.
Frührehabilitation
Die Frührehabilitation in der Akutgeriatrie ist ein spezialisiertes Behandlungskonzept, das bei älteren Menschen nach einer akuten Erkrankung oder Verletzung so früh wie möglich beginnt. Ziel ist es, die Mobilität, Selbstständigkeit und Alltagskompetenzen der Patienten wiederherzustellen und zu erhalten, um eine drohende Pflegebedürftigkeit zu verhindern.
Ziele der Frührehabilitation
Wiederherstellung der Selbstständigkeit: Patienten sollen so schnell wie möglich in die Lage versetzt werden, alltägliche Aktivitäten wieder selbst zu übernehmen.
Verbesserung der Mobilität: Durch gezielte Therapie sollen die körperliche Leistungsfähigkeit und Beweglichkeit gesteigert werden.
Verhinderung von Komplikationen: Frühzeitige Aktivierung beugt typischen Krankenhausfolgen wie Dekonditionierung (körperlichem Abbau), Stürzen oder Verwirrtheitszuständen vor.
Erhöhung der Lebensqualität: Die Genesung soll das allgemeine Wohlbefinden und die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben fördern.
Ermöglichung der Rückkehr nach Hause: Ein zentrales Ziel ist, dass Patienten wieder in ihre gewohnte häusliche Umgebung zurückkehren können.
Palliative Betreuung im Alter
Palliative Betreuung im Alter ist die umfassende, ganzheitliche Betreuung von unheilbar kranken älteren Menschen, die darauf abzielt, ihre Lebensqualität zu maximieren, indem sie Schmerzen und andere Symptome lindert, psychische und soziale Bedürfnisse berücksichtigt und die Selbstbestimmung bis zum Lebensende wahrt. Sie richtet sich sowohl an Menschen im Sterbeprozess als auch an schwerkranke Personen, bei denen eine Heilung nicht mehr möglich ist, und kann frühzeitig, oft in Verbindung mit anderen Therapien, einsetzen.
Ziele der palliativen Geriatrie
Linderung von Symptomen: Behandlung von Schmerzen, Atemnot, Angst und anderen belastenden Beschwerden.
Erhalt der Lebensqualität: Ermöglichen eines möglichst normalen und selbstbestimmten Lebens bis zum Tod.
Unterstützung der Angehörigen: Begleitung und Hilfe für Familie und Freunde während der Krankheit und in der Trauerphase.
Ganzheitlicher Ansatz: Berücksichtigung der körperlichen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse des Menschen.
Individuelle Pflege, Betreuung und Begleitung
Individuelle Pflege, Betreuung, Begleitung unter Einbezug der aktuellen gesundheitlichen Situation" beschreibt einen personenzentrierten Ansatz in der Versorgung, der die einzigartigen Bedürfnisse, Wünsche und die jeweilige gesundheitliche Verfassung einer Person in den Mittelpunkt stellt. Dieser Ansatz unterscheidet sich von der Funktionspflege, bei der Aufgaben standardisiert und auf verschiedene Personen verteilt werden.
Ein breites Therapie- und Beratungsangebot
In der Akutgeriatrie wird eine umfassende Therapie und Beratung angeboten, um älteren Patientinnen und Patienten nach einer akuten Erkrankung oder Operation zu helfen, ihre Selbstständigkeit und Alltagskompetenzen wiederzuerlangen. Die Behandlungen werden von einem interdisziplinären Team durchgeführt und individuell auf die Bedürfnisse der Betroffenen zugeschnitten.
Therapieangebote
Physiotherapie: Erhalten und verbessern die Beweglichkeit, die Kraft, das Gleichgewicht und die Koordination. Sie trainieren die Vorbeugung von Stürzen und deren Folgekrankheiten.
Ergotherapie: Fördern und unterstützt Patientinnen und Patienten dabei, alltägliche Aufgaben (z. B. Körperpflege, Ankleiden, Essen) wieder selbständig zu bewältigen und die Funktionsfähigkeit zu optimieren.
Logopädie: Behandelt Sprach-, Sprech-, Stimm- und Schluckstörungen behandelt sowie die Kommunikation und Nahrungsaufnahme unterstützt.
Neuropsychologie: In der Neuropsychologie werden geistige Fähigkeiten gefördert, kognitive Störungen erkannt, Defizite durch Strategien kompensiert sowie emotionale Verfassungen stabilisiert.
Aktivierende Pflege: Speziell geschultes Pflegepersonal unterstützt die Patientinnen und Patienten bei der Mobilisierung und der Wiederherstellung der Selbstständigkeit im Tagesablauf.
Medizinische Massage: Medizinische Masseure wenden zur Schmerzlinderung und Muskelentspannung Wärme, Kälte, Elektrotherapien und Massagen an.
Beratungsangebote
Geriatrisches Team: Im Akutspital für Altersmedizin hat die interprofessionelle Zusammenarbeit einen hohen Stellenwert; Fachkräfte aus verschiedenen Disziplinen wie Medizin, Pflege, Therapien und Sozialer Arbeit arbeiten abgestimmt zusammen – dies, um eine optimale, ganzheitliche und effektive Behandlung, Betreuung und Therapie zu gewährleisten.
Sozialdienst: Das Team der Sozialarbeiter/innen berät Patient/innen und deren Angehörige bei allen Fragen zur Nachsorge. Beim Austritt aus der Geriatrischen Klinik organisieren sie die benötigte Hilfe zu Hause oder weiterführende Aufenthalte in Rehabilitationskliniken. Sollte eine Rückkehr nach Hause nicht oder noch nicht mehr möglich sein, werden die Patient/innen bei der Wahl und der Suche nach einem temporären oder langfristigen Pflegeplatz unterstützt.
Zudem steht Ihnen die Sozialberatung bei Sozialversicherungs- und Finanzierungsfragen oder bei Fragen zum Antrag einer Erwachsenenschutz-Massnahme zur Verfügung.
Seelsorge: Seelsorger bieten Gespräche und Rituale an, die auf die individuellen Glaubensvorstellungen eingehen.
Einbeziehung der Angehörigen: Angehörige werden aktiv in den Therapie- und Planungsprozess eingebunden, um eine sichere Rückkehr in den Alltag zu ermöglichen.
Planung der Zeit nach Ihrem Aufenthalt
Unser übergeordnetes Ziel ist die Rückkehr unserer Patientinnen und Patienten in das gewohnte soziale Umfeld mit grösstmöglicher Selbstständigkeit und Sicherheit im Alltag und Verbesserung derer Lebensqualität. Die strukturierte Entlassungsplanung spielt dabei eine wichtige Rolle. Im Verlauf des Aufenthaltes planen wir daher mit Ihnen zusammen Ihre Entlassung und die „Zeit danach“.
Ihre Austrittsplanerin bzw. Ihr Austrittsplaner organisiert mit Ihnen zusammen den Austritt nach Hause und koordiniert Angebote der Spitex, der Pro Senectute, des Mahlzeitendienstes, der Nachbarschaftshilfe u.a. Sollte eine Rückkehr nach Hause aus verschiedenen Gründen nicht mehr möglich, oder gewünscht sein, stehen wir Ihnen bei der Wahl und Anmeldung eines geeigneten Alters- oder Pflegeheimes zur Seite. Auf Wunsch können Sie verschiedene Alters- und Pflegeheime von uns aus zusammen mit Ihren Angehörigen besichtigen.
Dabei werden alle Themen behandelt, die wichtig sind, damit Sie auch nach dem Spitalaufenthalt gut versorgt sind.